Herzlich Willkommen auf der Homepage der VLÖ

Die VLÖ ist die Berufsorganisation für landw. und forstw. Lohnunternehmen in
Österreich. Sie vertritt die Anliegen der Berufsbranche und ist Ansprechpartner
für alle Fragen rund um den Betrieb eines Lohnunternehmens.

Unternehmensplanung ist mit NAVI vergleichbar

Ein Unternehmen zu führen kann man auch mit der Fahrt eines Fahrzeuges vergleichen. Umso schneller Sie fahren, desto höher das Risiko. Sie kommen aber rascher an Ihrem Ziel an und können vielleicht andere abhängen. Ein NAVI unterstützt den Fahrzeuglenker bei seiner Zielerreichung. Vergleichbar mit einem NAVI ist die Unternehmensplanung und ein periodischer Abgleich zu gesetzten Zielen.

Auf Sicht fahren

Damit Sie auf Sicht fahren können und nicht im Nebel unterwegs sein müssen, empfehlen wir die Erstellung einer jährlichen Planung und halbjährlicher SOLL/IST-Vergleiche.

Der Jahresabschluss aus der Buchhaltung wird meist drei bis sechs Monate nach dem Ende des Wirtschaftsjahres erstellt. In dieser Zeit können sich Märkte verändern und ein Gegensteuern kann zu spät sein. Dass erleben wir gerade jetzt in Zeiten großer Veränderung, wo eine Orientierung und das wirtschaftliche Überleben besonders wichtig sind. Selbst wenn auf Ihrer Prioritätenliste eine Reihe von Aufgaben oder Erledigungen ganz vorne stehen, gilt es den Blick für das Wesentliche zu bewahren. Dazu zählen in jedem Unternehmen die Zahlen.

 

Sie bestimmen letztlich über das Sein oder Nichtsein Ihres Unternehmens. Nehmen Sie diese Aufgabe ernst und erstellen Sie dafür eine Vorschaurechnung, oder auch Planung genannt.

Erfahrungen aus der Beratung

Aus den Erfahrungen der Beratung kann eine Planungsrechnung nur empfohlen werden. Wie detailliert Sie die Planung durchführen, hängt von der Unternehmensgröße, den zeitlichen Ressourcen und „Ihrer Fahrgeschwindigkeit“ ab. Grundsätzlich gilt: umso höher der Kapitaleinsatz und die Fremdfinanzierung und unsicherer die Betriebserlöse (Umsätze) sind, desto wichtiger werden Vorschaurechnungen. Auch im eigenen Bereich, in der VLÖ, finden eine jährliche Planungsrechnung und ein halbjährlicher SOLL/IST-Vergleich statt. Nur so können Sie den Überblick bewahren und Ihr Unternehmen erfolgreich steuern.

Hoher Kapitaleinsatz zu Umsatz

Das verhältnismäßig hohe gebundene Kapital in Relation zum jährlichen Umsatz im Agrarbereich verbirgt in der Natur der Sache einige Risiken. Ein weiterer zentraler Faktor in mittleren und etwas größeren Lohnunternehmen liegt in der Effizienz der Prozesse und dem Verhältnis von Hauptzeiten, Störzeiten und Nebenzeiten der Arbeitseinsätze. Aus Betriebsvergleichen in LU in Deutschland geht hervor, dass die Mitarbeitereffizienz (produktive Zeiten) von Maschinenfahrern bei 55-65% liegt. Das heißt, zwischen 35 und 45% der Arbeitszeit sind Rüst-, Wege-, Kontroll-, Maschinenpflege und Wartezeiten, wenn Maschinen oder Abläufe stehen. Ein Mitarbeiter mit 14 Euro Bruttolohn je Stunde kostet dem Unternehmen (Selbstkosten für das Unternehmen) umgelegt auf die produktive Zeit zwischen 38 und 45 Euro je Stunde. Rechenvorgang: 14 x 1,30 (DG-Lohnnebenkosten) x 14 Bezüge / 12 Monate x 52 Wochen im Jahr / 43 Anwesenheitswochen / 0,65 bzw. 0,55. Dabei sind noch keine anteiligen Kosten für den Bürobetrieb, für Wagnisse oder den Unternehmerlohn berücksichtigt. Ähnlich verhält es sich in der Werkstätte, wo die Arbeitseffizienz ebenso von hoher Bedeutung ist. Viel Zeit geht leider durch die Suche von Werkzeug, Ersatzteilen oder durch ein Warten verloren. Auch das Einschulen von neuen Mitarbeitern fordert Zeit. Schaffen Sie dazu ein stärkeres Bewusstsein und definieren Sie Prozesse für gängige Arbeitsschritte.

Beispiel für Erlösplanung

Betriebszweige \ Erlöse (Umsatz) Dienstleistungen

Annahme schlecht

Annahme mittel

Annahme gut

Mähdrusch

147.200

160.500

184.000

Transportarbeiten

21.500

24.000

26.000

Bodenbearbeitung/Anbau

42.000

49.500

56.000

Pflanzenschutz/Kulturführung

45.500

55.500

62.500

Kommunalaufgaben

25.000

36.300

45.500

Übliche Erträge

21.800

31.200

38.500

Summe

303.000

357.000

412.500

Grafik 1: Erlösplanung mit drei Plan-Varianten nach Betriebszweigen gegliedert.

Planungstools

Die VLÖ arbeitet in der Beratung mit Planungstools, wo auf Ebene einzelner Betriebszweige und auf Unternehmensebene voraussichtliche Werte ermittelt werden. Als Grundlage dienen meist drei Ausgangsszenarien mit „schlecht“, „mittel“ und „gut“. Das heißt, es werden in den einzelnen Betriebszweigen z.B. Mähdrusch, Hackguterzeugung, Holzernte, Kommunaldienst die zu erwartende Umsätze aufbauend auf Festlegungen für das geplante Jahr unter Berücksichtigung des Vorjahres herangezogen. Grundlagen sind Markteinschätzungen, die Auslastungen für die Maschinen bzw. das Personal und die verwendete Verrechnungssystematik. Im Gegenzug werden die Aufwendungen für den laufenden Betrieb (Diesel, Schmierstoffe), Reparaturen/Instandsetzung, Personalaufwendungen Fahrer, Personalaufwand Werkstätte und die weiteren laufenden Aufwendungen eingeplant. Beim Personal müssen Sie eine Zuordnung der Fahrer und ebenso bei den Werkstattleistungen auf die einzelnen Betriebszweige vornehmen. Werden Maschinen, bspw. Traktoren in verschiedenen Betriebszweigen eingesetzt, dann sind geeignete Aufteilungen (nach Stunden, nach Prozentwerten, etc.) vorzunehmen.

Parallel zur Planung werden zum Vergleich die vorhandenen Jahresergebnisse (meist aus den letzten zwei Jahren) in einer anderen Tabelle erfasst. So kann zu den einzelnen Aufwandspositionen ein guter Überblick geschaffen werden. Es lassen sich damit Trends entsprechend ablesen und Sie erhalten gute Steuergrößen. Wichtig ist auch der Verlauf der Reparaturen, der Treibstoffverbrauch und wie schon erwähnt, der Anteil für die Hauptzeiten bei den Mitarbeitern (produktive Arbeitszeiten der Mitarbeiter) und den Maschinen. Wer viel auf der Straße unterwegs ist, dem muss bewusst sein, dass dabei viel Diesel verbrannt und viel Gummi abgerieben wird.

Unterscheidung Dienstleistung – Handel

Eine Bitte: Vermischen Sie die Dienstleistungsaktivitäten nicht mit verbundenen Handelsaktivitäten. Wer Betriebsmittel einsetzt beziehungsweise handelt oder Maschinen repariert und dann nach 1-2 Jahren verkauft, muss diese Bereiche eigens bewerten. Dieser Zweig kann das Betriebsergebnis deutlich verschieben. Sichtbar wird das bei den sogenannten „Sonstigen betrieblichen Erträgen“ oder bei den Handelserlösen. Wer in seinem Unternehmen einen Handelszweig führt, den empfehlen wir eigene Zeilen für Handelserlöse und deren Aufwendungen zu erstellen.

Gliederung nach Deckungsbeitragsstufen

In jedem Unternehmen liegt das Ziel bei der Ermittlung von Vollkosten. Wir empfehlen ausschließlich mit Vollkosten zu kalkulieren. Die landwirtschaftliche DB-Rechnung oder auch die ÖKL-Richtwerte erfassen nur einen Teil der Kosten von Arbeitsverfahren. In der Analyse ist es von Bedeutung, wie viel vom Umsatz nach Abzug der laufenden Betriebskosten beim DB I verbleibt. Anschließend werden die Unternehmenskosten und später die AFA und die Unterbringungskosten, wenn keine fixe Miete dafür zu bezahlen ist, abgezogen. Zum Schluss wird der Unternehmerlohn abgezogen und das Ergebnis ermittelt.

Zur Beantwortung von Fragen steht die VLÖ gerne zu Ihrer Verfügung.

 

 

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