Auf Unternehmer kommen ganz besondere Jahre zu. Jahre, in denen alles auf den Kopf gestellt wird und in denen sich Systeme erneuern werden müssen.
Der 3-Jahres-Plan
Für die kommenden drei Jahre sehe ich drei Schwerpunkte. Reflektieren wird das Zauberwort für das Jahr 2025 sein, Optimieren wird im darauffolgenden Jahr 2026 die Hauptaufgabe sein und schließlich im dritten Jahr, im Jahr 2027, wird es dann an der Zeit sein, die neuen Strategien zu implementieren.
Reflektieren
Erkennen, was ist. Wo bin ich? Wo stehe ich? Das wird sowohl für Familien als auch für Unternehmen zu einem der wichtigsten Themen im nächsten Jahr werden. Sozusagen einen persönlichen und strategisch wirtschaftlichen Kassasturz zu machen. Auch der Rechenstift gehört da dazu und das kleine Einmaleins herausgekramt, um Dinge auszurechnen und zu schauen, welche Dienstleistungen noch Sinn machen, und welche gestrichen gehören. Welche Mitarbeiter habe ich zurzeit, welche werden in Zukunft kommen? Nicht weniger wichtig dabei ist zu klären, wo ich selbst in meiner Entwicklung stehe.
Also über den Winter zu reflektieren, wo ich stehe, was ich privat und beruflich mache, was gut ist, was weniger gut ist und was Sinn macht. Denn das ist die Basis für alles.
Optimieren
Wohin die Reise geht, wird dann die nächste zentrale Frage im Jahr 2026 sein. Was will ich in Zukunft tun? Für wen will ich da sein? Wer soll für mich da sein? Welches Potenzial habe ich? Wo kann ich optimieren? Welche Dienstleistungen biete ich in Zukunft an? Und dann kommt noch der Rechenstift ins Spiel und es heißt „Analyse, Analyse, Analyse“: Was rechnet sich? Was kann man weglassen? Wenn ich das für mich geklärt habe, lässt sich ein Ansatzpunkt finden.
Zu empfehlen wäre auch, die Zinsen bei der Bank neu zu verhandeln, um diese zu senken und möglichst Fixzinsen zu vereinbaren, solange diese noch niedrig sind.
Ein sehr wichtiger Punkt wird außerdem das Thema Energieversorgung sein. Wo kann ich elektrifizieren? Bei welchen Geräten und Fahrzeugen? Wie kann ich Energie selbst erzeugen? Die optimale Gesamtplanung von Photovoltaik, Batteriespeicher und die richtige Bewirtschaftung der Batterie, wo zu einem günstigen Zeitpunkt über Nacht der Strom vom Netz geladen und über Tag verbraucht wird, ist dabei ein wichtiger Teil der preiswerten Eigenversorgung mit Energie.
Und wie schaut es mit den Jungen aus? Gibt es Nachfolger? Wie kann ich sie fördern und einbinden? Passt die Unternehmensgröße zu meiner Situation? Ist mein Betrieb für die Zukunft schon zu groß? Kann ich Strukturierungsmaßnahmen setzen und Teilbereiche abstoßen? Brauche ich andere, um den Kern meines Unternehmens bestmöglich zu stärken?
Eines ist jedenfalls gewiss: Es werden turbulente Jahre werden und umso wichtiger wird es sein, notwendige Schritte zu setzen, damit es mir als Unternehmer gut geht.
Steuern statt schaufeln
Die Zukunft liegt in der Steuerung von Prozessen. Ich empfehle, in die Steuerungstechnik zu investieren und in junge Menschen, die zum Beispiel neben ihrer Ausbildung in der HTL geringfügig beschäftigt werden können. Ich bin auch davon überzeugt, dass die Zusammenführung von Steuerungssystemen – Tierhaltung, Trocknung usw. – eine gewichtige Rolle für einen gut funktionierenden Betrieb spielt. Alles, was sich automatisieren lässt, soll automatisiert werden.
Implementieren
Nach dem Analysieren und Optimieren folgt im Jahr 2027 das Implementieren. Jetzt geht es darum, die Prozesse neu zu steuern und die geplanten Neuerungen unter den gegebenen Rahmenbedingungen in den Betrieb zu integrieren.
Das ist ein Erneuerungsprozess, der nicht zwangsläufig drei Jahre dauern muss, der aber sicherlich über einen längeren Zeitraum andauern wird.
Letztendlich soll ein Betrieb entstehen, der von den Erzeugnissen bzw. Dienstleistungen und auch der Größe zu mir passt. Ein Betrieb, der sich rechnet und dessen Strukturen zum Menschen passen und nicht umgekehrt, im Idealfall Mensch und Struktur optimal zusammenpassen. Ein Betrieb, der den Menschen wieder Zeit zum Leben lässt und den Familien einen gesunden Stellenwert einräumt.
Ich wünsche Ihnen viel Erfolg bei der Umsetzung! Ihr Erich Mandl